Mein Senf zu dem Versuch des Regimechanges im Iran

Geehrte Leserinnen und Leser!

Zuallererst möchte ich mich für die Abwesenheit in den vergangenen Wochen um Entschuldigung bitten. Ich war nämlich zuerst krank und danach kam Chanukka dazwischen.

Aber jetzt bin ich wieder da, um mit Ihnen meine Beobachtungen zu teilen, und, das was, heute in Iran geschieht und was 2020 in Belarus geschehen ist, und wie beides miteinander zusammenhängt, denn seit über 100 Tagen wird im Iran protestiert. Der Auslöser der neuesten Proteste war der Mord an der iranischen Kurdin Mahsa Jina Amini, die von der Sittenpolizei wegen eines angeblich schlecht sitzenden Hijabs verhaftet wurde und dann elendig wegen der ihr zugefügten Kopfverletzungen dahingeschieden ist.

Wie gesagt, wird seit über 100 Tagen im Iran demonstriert, und warum das Mullahregime noch immer nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte ist, hängt damit zusammen, dass viele Demonstrierende im Iran unbewusst nicht die Strategien gewählt haben, die die Ukrainerinnen und Ukrainer 2014 benutzt haben, um in 93 Tagen Yanukovich aus dem Land zu jagen.

Stattdessen benutzen Iranerinnen und Iraner nun Methoden und Strategien wie sie 2020 von den Demonstrierenden in Belarus angewendet wurden, wie zum Beispiel dezentralisierte Proteste. Die ukrainischen Protestierenden haben 2014 auf zentralisierte Proteste gesetzt, wie auf dem namengebenden Maidan Nezalezhnosti, dem Unabhängigkeitsplatz, wo rund um die Uhr und selbst mitten im Winter protestiert wurde. Damit hat die ukrainische Opposition Präsenz markiert und den Herrschenden gezeigt, dass sie sich nicht zerstreuen und vertreiben lässt.

Die Iranerinnen und Iraner protestieren zwar auch, und das seit Monaten, aber ihre Strategie macht sie verwundbar, um in verschiedenen Stadtteilen von patrouillierenden Revolutionsgardisten, Basiji-Milizen, und auch von der regulären Polizei aufgegriffen und festgenommen zu werden.

Diese Strategie ist auch einer der Gründe, warum die Proteste im Jahr 2020 in Belarus im Sand verlaufen sind und Lukaschenko immer noch an der Macht ist. Aber dazu muss ich sagen, dass die belarusischen Demokratie-Aktivisten, trotz der Fehler von 2020 wie der dezentralisierten Proteste, am längeren Hebel sitzen im Vergleich zu den Iranerinnen und Iranern. Denn die Menschen in Belarus haben de facto eine voll funktionsfähige Exil-Regierung unter der Führung der resoluten Svitlana Tsikanouskaya, des weiteren hat Belarus auch noch Institutionen wie „Viasna“ (dt. Frühling) und Charter97*. Diese sind Jahrzehnte alt und geübt im Kampf gegen das totalitäre System, das Lukaschenko erschaffen hat und nun mit der Hilfe des Kremls am Leben erhält.  Diese Hingabe blieb auch anderswo nicht unbemerkt und so war Ales Bialitski, der Gründer von „Viasna“ und ein politischer Gefangener, einer der Gewinner des diesjährigen Friedensnobelpreises.

Die iranischen Demokratieaktivistinnen und -aktivisten sind hingegen nicht sehr gut organisiert. Es gibt weder im Exil noch im Iran Organisationen wie „Viasna“ und/oder Charter97, und es braucht Zeit und Engagement solche Organisationen aufzubauen. Darum besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass die Proteste im Iran im Sand verlaufen können, denn im Gegensatz zu den Iranerinnen und Iranern, haben die Aktivistinnen und Aktivisten in Belarus begriffen, dass der Weg zur Demokratie ein Marathon und kein Sprint ist. Historisch gesehen haben die Perser schon beim ersten Marathon, der Schlacht von Marathon, versagt und bis heute sieht es nicht besser aus. Ich hoffe aber, dass sich dies ändert und das neue Jahr den Iran in eine säkulare Demokratie verwandelt.

*«Charter 97» ist der Name eines Manifests und einer Menschenrechtsorganisation in Belarus, die sich diesen Namen in Anlehnung an die tschechoslowakische «Charta 77» gegeben hat und gegen die nunmehr 28 Jahre andauernde Herrschaft des Kolchose-Diktators Alexander Lukaschenko kämpft.

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Der Papst hat sich wieder in die Nesseln gesetzt.

Geehrte Leserinnen und Leser!

Ich habe unglaubliche Neuigkeiten für Sie:

Der Papst ist nicht unfehlbar, mehr als ein Jahrtausend nach dem grossen Schisma zwischen West- und Ostkirche und an die 500 Jahre nach der Reformation, ist das nunmehr kein Geheimnis.

Was Papst Franziskus nicht daran hindert, ukrainische Katholiken vor den Kopf zu stossen und buddhistische Burjaten zu beleidigen, um sich Putin und den anderen Herrschaften im Kreml im Besonderen und russischen Chauvinisten im Allgemeinen anzubiedern. Zumal das orthodoxe Christentum mit Organisationen wie der „Schwarzen Hunderschaft“ eine Tradition des Chauvinismus, Antisemitismus und Grossrussischen Herrschaftsdenken hat.

Es ist tragisch! Denn im Gegensatz zu dem was der Papst behauptet, um sich bei Russland einzuschleimen, während er die ukrainischen Katholiken im Regen stehen lässt, werden die schlimmsten Kriegsverbrechen in der Ukraine von und wegen der russischen Christenheit verübt, denn weder die buddhistischen Burjaten noch die Kadyrovsty wären in der Ukraine, wenn ihre Präsenz nicht vom Kreml gewollt wäre.  Darum finde ich es besonders dreist, Minderheiten innerhalb Russlands zu verdammen. Die Krönung des Ganzen ist die Tatsache, dass es in der Ukraine zahlreiche Katholikinnen und Katholiken hat, da sie nach der orthodoxen Christenheit die grösste Minderheit stellen.

Diese Menschen nun vor den Kopf zu stossen, um sich beim Kreml anzubiedern ist nicht nur moralisch falsch und dreist, es ist auch schlicht dumm, denn die Orthodoxen werden den Bischof von Rom so oder so als Häretiker ansehen. Dass „westliche“ Würdenträgerinnen und Würdenträger das Christentum, das östlich des Bugs*  praktiziert wird, nicht verstehen, ist nun wahrlich kein Novum für mich.  Aber dieser Tage sollte doch das Oberhaupt der Katholikinnen und Katholiken Berater haben, die ihm das erklären, was ich oben geschrieben habe, zumal ich Jüdin bin, zwar aus Osteuropa, aber trotzdem, und das weiss.

*Der Bug ist ein Fluss in Polen, der Ukraine und Belarus, der traditionell Grenze zwischen den Katholiken im Westen und den orthodoxen Christen im Osten war.

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