Putin und die Jewish Agency

Geehrte Leserinnen und Leser!

Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber bisher ist das, was ich vorhergesehen habe, geschiet: Russland wird allem Anschein nach die Jewish Agency/Sochnut verbieten.

Und nochmals von vorne: Die Jewish Agency kümmert sich um  die Einwanderung von Jüdinnen und Juden nach Israel, missioniert nicht und das Judentum an sich ist keine missionierende Religion, insofern muss die Arbeit der Jewish Agency  nicht eingestellt werden, um den „christlichen Charakter Russlands“ zu wahren.

Des Weiteren steht uns Jüdinnen und Juden eine Organisation zu, die unsere Einwanderung nach Israel organisiert. Deshalb würde ich es schätzen, wenn Nicht-Juden aufhören würden zu sagen, wir bräuchten das nicht, denn das ist paternalistisch und herablassend. Die Jewish Agency organisiert keine Pauschalreisen nach Eilat, sondern sorgt dafür, dass Jüdinnen und Juden und Menschen jüdischer Herkunft, die nach Israel einwandern wollen, keine Gefahr für den jüdischen Staat und die jüdische Gemeinschaft an sich darstellen werden, ausserdem überprüft die Jewish Agency Dokumente der Einwanderer etc. D.h. die Jewish Agency ist von höchster Bedeutung für die Sicherheit des jüdischen Staates Israel und nicht einfach ein Reisebüro!

Aber der Fall Russlands in den Totalitarismus war vorhersehbar und das schon seit mindestens zwanzig Jahren, aber ganz besonders nach Russlands Krieg in Georgien und den Olympischen Spielen in Sochi, und so ist die jetzige Situation inklusive der Schikane, der wir Juden in russisch kontrollierten Gebieten ausgesetzt sind, nicht weiter überraschend. Es gehört zur kulturellen DNA Russlands Minderheiten zu schikanieren und zu plagen, für eine Weile liess man uns Juden zwar in Ruhe, um Tataren, Kaukasier und LGBT-Menschen zu drangsalieren, nun kühlt sich aber der russische Kosak wieder sein Mütchen am Juden ab.

Was Putin persönlich angeht: Putin ist kein Antisemit, aber er ist skrupellos genug, um Antisemitismus als politische Waffe einzusetzen, zum Beispiel indem er die Jewish Agency verbietet und Juden verhaften lässt, wie den russisch-jüdischen Oppositionspolitiker Leonid Gosman. Dies macht Putin, weil viele Russinnen und Russen nun mal Antisemiten sind und man mit Antisemitismus in Russland Punkten kann.  Und nein, das liegt nicht nur an Putin selbst, sondern an der russischen Bevölkerung, denn wären von 150 Millionen Einwohnern Russlands geschätzt 100 Millionen gegen Putin und die russische Invasion der Ukraine, so wäre Putin schon lange aus dem Kreml gejagt worden und der Krieg in der Ukraine vorbei.

Und, um nochmal auf den Fall Gosman zurückzukommen: Es kann nicht angehen, dass an die 200 000 Jüdinnen und Juden in Russland sich für Demokratisierung dieses gescheiterten Imperiums aufopfern müssen, das ist der Job der restlichen 150 Millionen Russinnen und Russen!

Sofern Ihnen die Schreibe auf meinem Blog gefällt, empfehle ich Ihnen diesen Blog auf «Steady» zu unterstützen. Und sollte Ihnen mein Blog nicht gefallen, empfehle ich Ihnen auch, den Blog auf «Steady» zu unterstützen, eventuell werden Sie mich so schneller los, weil ich dann auf eine kleine Datsche am Schwarzen Meer ziehen kann. Der Link dafür ist unten angefügt:

PinkKosherNostra (steadyhq.com)

Mein Senf zur politischen Krise an der Grenze von Belarus und Polen

Geehrte Leserinnen und Leser!

Mal wieder habe ich die Ehre, über das Land östlich des Bugs zu schreiben, in dem immer noch der Kolchose-Diktator schaltet und waltet, wie es ihm beliebt, und in dem der KGB noch weiter existieren darf und in dem, immer noch, leider, die Todesstrafe vollstreckt wird. Es geht, natürlich um Belarus, der letzten legalen Entität Europas, in der man noch für Aufruhr vor ein Erschiessungskommando kommen kann, und lassen sie mich eines vorne weg sagen: Ich habe sie alle gewarnt.

Die Tatsache, dass Lukaschenko seit über 27 Jahren wie die Karikatur eines Despoten im post-sowjetischen Raum herrschen konnte, ist einer der Gründe, warum ich nicht überrascht bin, dass der Kolchose-Diktator nunmehr Migranten wie Schachfiguren in seinem Konflikt mit der EU einsetzt. Lukaschenko ist schon das Leben seiner eigenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger nichts wert, solange er sich an die Macht klammern kann wie ein Faultier an einen Ast. Da ist es nicht weiter überraschend, dass er das Leben von Irakerinnen und Irakern und Syrerinnen und Syrern als Bauernopfer benutzt.

Das alles wäre zu verhindern gewesen, hätte man nur Lukaschenko seiner Zeit wirkungsvoll sanktioniert, zum Beispiel nach dem gefälschten Referendum 1997(!), bei dem er Amtszeitbeschränkungen und die Gewaltentrennung ausgehebelt hat. Aber Belarus unter dem Kolchose-Diktator ist geradezu das Paradebeispiel für die Ignoranz und Indifferenz gegenüber dem Mangel an Menschen- und Bürgerrechten im post-sowjetischen Raum und der Tatsache, dass alles, aber auch wirklich alles mit dem fatalistischen Spruch quittiert wird, dass «Russland auch in 20 Jahren keine Demokratie sein wird».

Was Russland angeht, so denke ich tatsächlich nicht, dass Russland zu meinen Lebzeiten zu einer funktionierenden Demokratie werden wird, und die russischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger haben natürlich das Recht darauf, die Architekten ihrer eigenen Hölle zu sein. Aber, das bedeutet nicht, dass Russland das Recht hat, über 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion anderen Staaten zu diktieren, wie diese ihre Zukunft zu gestalten haben, und in Feudalherrenmanier seine Statthalter in besagte Staaten einzusetzen. Russlands Imperialismus und Irredentismus muss man endlich Grenzen setzen und nunmehr auch den Demokratisierungsprozess im post-sowjetischen Raum ankurbeln. Denn, wie man sieht, schickt die demokratisch regierte Ukraine keine Menschen nach Europa und benutzt Migranten und Migrantinnen nicht als Kanonenfutter, sondern setzt stattdessen auf das Mittel der Diplomatie, um sich Gehör zu verschaffen.

Was hingegen die Krise an der polnisch-belarusischen Grenze angeht: Die wird solange weitergehen, wie es Putin und den anderen Herrschaften im Kreml beliebt und solange sie mit Lukaschenko einen loyalen Statthalter in Minsk haben werden. Sollte es diesen Winter erfrorene Migrantinnen und Migranten geben, die vom polnischen Grenzschutz gefunden werden, so wäre dies sogar gewünscht von Moskau, um die vermeintliche Unmenschlichkeit Europas für Propagandazwecke auszuschlachten. Denn wie gesagt, Charakteren wie Putin und Lukaschenko ist schon das Leben und Wohlbefinden der eigenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger egal, wie man am Missmanagement dieser Despoten in der Pandemie sieht. So, ist es nicht weiter verwunderlich, dass ihnen das Leben jener, die sie an die EU-Grenze gebracht haben, salopp gesagt, am Allerwertesten vorbeigeht. Darum ist es Imperativ, dass man sich nicht vom Kreml und seinen Lakaien und Stellvertretern erpressen lassen darf. Sonst kommt schon die nächste Krise angerollt, die von Moskau angeheizt und von den Stellvertretern und Lakaien des Kremls ausgeführt wird.

Sofern Ihnen die Schreibe auf meinem Blog gefällt, empfehle ich Ihnen diesen Blog auf «Steady» zu unterstützen. Und sollte Ihnen mein Blog nicht gefallen, empfehle ich Ihnen auch, den Blog auf «Steady» zu unterstützen, eventuell werden Sie mich so schneller los, weil ich dann auf eine kleine Datsche am Schwarzen Meer ziehen kann. Der Link dafür ist unten angefügt:

https://steadyhq.com/de/pinkkoshernostra/about