Was Philipp Ruch und Andrzej Duda gemeinsam haben.

Geehrte LeserInnen!

Es wird Sie sicher überraschen, doch meiner Ansicht nach, haben der Präsident von Polen, der katholische Rechtspopulist Andrzej Duda, und der «radikal humanistische» Aktionskünstler Philipp Ruch vom sogenannten «Zentrum für politische Schönheit» etwas gemeinsam: einen bizarren Opferneid gegenüber Juden. Anders kann ich mir deren Verhalten sonst nicht erklären.

Aber lassen Sie mich das erörtern, das, in meinen Augen mehr als groteske Verhalten sowohl des polnischen Präsidenten wie auch Herrn Ruch,  das beide in letzter Zeit an den Tag legten, als es um den Holocaust ging.

Was sich Philipp Ruch mit seinem «Zentrum für politische Schönheit» in Bezug auf Holocaustgedenken und die Würde der Opfer und von uns Juden allgemeinen geleistet hat, passt auf keine Kuhhaut mehr. Zuerst die ganze Affäre um die Stele und die Überreste der Ermordeten und dann das mehr als befremdliche Interview mit dem «Tagesspiegel», in dem er seine für uns demütigende Aktion verteidigt hat. Es erwartet niemand von Herrn Ruch, dass er das «Zentrum für politische Schönheit» zu einem Häkelverein umbaut, aber etwas Anstand gegenüber Holocaust-Opfern und uns Juden wäre angebracht. Denn ja, der Holocaust geht uns alle an, aber nicht alle sind und waren vom Holocaust gleich betroffen.

Ins gleiche Horn bläst der Präsident von Polen, Andrzej Duda, der aufgrund der Tatsache, dass er bei der Holocaust-Gedenkfeier zur Befreiung von Auschwitz am 23. Januar in Yad Vashem keine Rede halten darf, der Veranstaltung gleich ganz weg bleibt. Auch hier: Ja, mir ist bewusst, dass die Polen auch unter der deutschen Besatzung gelitten haben,das streite ich gar nicht ab, aber das Ziel des Holocausts war die Auslöschung des jüdischen Volkes und nicht des polnischen Volkes, deshalb starben die polnischen Juden in Auschwitz nicht, weil sie damals polnische Staatsbürger waren, sondern weil sie Juden gewesen sind. Und was Putins Auftritt dort angeht: Russland unter Putin zieht seit Jahren die gleiche Show ab, doch als noch die Bürgerplattform die Regierung gestellt hat, hat das offizielle Polen noch souveräner reagiert. Heute benimmt sich Andrzej Duda wie ein Elefant im Porzellanladen und düpiert so Israel und uns Juden. Aber der PiS-Regierung ist es nicht genug, Juden zu düpieren, nein, man geht noch weiter und sucht nun auch die Konfrontation mit den USA wegen einem Gesetz, das der amerikanische Senat verabschiedet hat und in dem es um die Restitution von jüdischem Vermögen geht, das sich Nicht-Juden während der Nazi-Zeit angegeignet haben. Die Art und Weise, wie sowohl Andrzej Duda wie auch Mateusz Morawiecki auf dieses Gesetz, auch bekannt als JUST/Justice for Uncompensated Survivors Today, reagieren, lässt einen erschaudern.

Dies lässt mich zu dem Schluss kommen, dass sowohl Philipp Ruch wie auch Andrzej Duda aufgrund eines tiefsitzenden Opferneids und damit einhergehenden antisemitischen Ressentiments uns Juden nichts gönnen, weder den Dreck unter unseren Fingernägeln noch würdiges Gedenken. Und das haben diese beiden Herren gemeinsam. Mir ist bewusst, dass dies den beiden Herren, wie auch ihren Anhängern egal ist, aber mir als Jüdin ist diese Tatsache nicht egal und ich betrachte solche Entwicklungen mit Sorge.

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Warum ich die neue Aktion des “Zentrums für politische Schönheit” für widerlich halte.

Liebe Ladies und Fellas

Sollten Sie nicht erst seit gestern diesen Blog lesen, werden Sie wissen, das ich das Engagement des sogenannten “Zentrums für politische Schönheit” kritisch sehe und die meisten Personen, welche sich mit dieser Vereinigung assozieren, für gnadenlose Selbstdarsteller halte.

Doch die letzte Aktion, bei welcher diese Subjekte den AfD-Rechtsaussen Björn Höcke und seine Familie beschattet und ihm danach einen billigen Abklatsch des Berliner Holocaust-Mahnmals, vor sein privates Wohnhaus hingestellt haben. Zuallerst: Ich fand diese Form des Aktionismus schon bei der Aktion “Schweiz entköppeln”, als das “Zentrum für politische Schönheit mit dem Zürcher Theater “Neumarkt” einen Kameruner Voodoo-Priester engagierte, um bei dem Schweizer Publizisten Roger Köppel, einen Exorzismus durchzuführen, dies alles hätte vor dessen Wohnhaus geschehen sollen, in Anwesenheit seiner Angehörigen, falsch. Generell finde ich es nicht gut, das Menschen, selbst unliebsame Personen, ausspioniert werden, wie man das noch von totalitären System kennt.  Auch dieses Mal hat, meiner Ansicht nach,  der Kult um Philipp Ruch jegliche Grenzen des Anstands und des guten Geschmacks überschritten.  Des weiteren hilft dieser Aktionismus, dieses Engagement NIEMANDEN, weder ändert Björn Höcke seine Meinung in Bezug auf geflüchtete Menschen, noch in Bezug auf Holocaust-Mahnmale noch wird deshalb generel der Antisemitismus oder die Fremdenfeindlichkeit weniger in Deutschland oder Mitteleuropa weniger.  Stattdessen sonnen sich die Aktivisten, allen voran Philipp Ruch in ihrem Pseudo-Engagement und ihrer Selbstgerechtigkeit und planen wahrscheinlich wieder irgendetwas Widerliches…