Mein Senf zur Affäre Melnyk und Russlands totalen Fall in Autoritarismus

Geehrte Leserinnen und Leser!

Es ist wieder mal Zeit für eine meiner Polemiken, denn im Osten nichts Neues, oder etwa doch?

Denn in der demokratischen Ukraine, in der in freien und fairen Wahlen ein russischsprachiger Jude zum Präsidenten gewählt wurde, und in der ein waschechter Kosake der Leiter seines Präsidialamtes ist,  muss ein Diplomat seinen Posten räumen, wenn er einen Nationalisten verteidigt, im autoritären Russland hingegen,  wird die „Jewish Agency“ höchstwahrscheinlich ihre Arbeit einstellen müssen, und dies nachdem schon Rabbi Pinchas Goldschmidt seinen Posten als Oberrabbiner Moskaus räumen musste!

Russland gleitet mehr und mehr in dunkle Gefilde und Gezeiten, und es ist nicht zu leugnen, ausser man ist ein gestörter Putin-Verehrer, der immer noch denkt, dass die Arbeit der „Jewish Agency“ eingestellt werden muss, um den „christlichen Charakter Russlands“ zu wahren und nicht verstehen will, dass die „Jewish Agency“ die Einwanderung von Jüdinnen und Juden nach Israel organisiert und dass das Judentum keine missionierende Religion ist.

All das tut man, um mit Schaum vor dem Mund, der Ukraine das Existenzrecht abzusprechen, und dabei die Kollaborateure der OUN als Feigenblatt vorzuschieben, weil dieser Menschenschlag massiv selbstgerecht ist, und was den Revisionismus um Gestalteten wie Bandera angeht: Erstens ist Stepan Bandera seit Jahren tot und unter der Erde und zweitens haben auch Staaten wie Frankreich und Ungarn Probleme mit der Verherrlichung von Nazi-Kollaborateuren wie Marschall Petain und Miklos Horthy, aber niemand bombt diese Länder und marschiert dort ein, um den Nazismus zu bekämpfen, weil es in jenen Staaten immer noch Menschen gibt, die Petain und/oder Horthy anhimmeln. Stattdessen arbeitet man in diesen Staaten mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen, um solcherlei Revisionismus zu bekämpfen.

Alles in allem haben es die Menschen in der heutigen Ukraine wahrhaftig nicht verdient, von Russland attackiert und bombardiert zu werden, dafür gibt es schlicht keine Entschuldigung.

Und was die NATO-Mitgliedschaft von Schweden und Finnland angeht, hat der ukrainische Präsident Zelenskiy in einem Punkt ganz klar recht: Wäre die Ukraine ein NATO-Mitglied gewesen, hätte es Russland nicht gewagt, in die Ukraine einzumarschieren, denn Russland greift nur Staaten an, die es als schwächer ansieht. Russland griff 2008 Georgien an, russische Truppen sind in der Republik Moldau und Russland okkupiert ukrainisches und georgisches Territorium.

Es ist nämlich eine Tragödie, dass man Staaten wie der Ukraine und Georgien eine NATO-Mitgliedschaft Jahre, im Falle von Georgien Jahrzehnte, vorenthalten hat, um Russland nicht zu düpieren und man nun so schnell Finnland und Schweden zu NATO-Mitgliedern gemacht hat. Ich werde weiter unten einen Artikel auf Englisch aus dem Jahr 2018(!) verlinken, der dieses Problem aus georgischer Sicht beleuchtet. Denn jahrelang hat man Staaten wie Georgien und die Ukraine wie Bittsteller behandelt und russische Aggression belächelt, das rächt sich jetzt gewaltig.

Denn, während Russland mehr und mehr in einen autoritären Sumpf aus Korruption, Rechtlosigkeit und Chauvinismus versinkt und alle Chancen verheizt, die es 1991 bekommen hat, um eine funktionierende Demokratie und ein Rechtsstaat zu werden, führen die Herrschaften im Kreml einen illegalen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und das russische Elektorat kümmert sich mehr darum, welche Burger man statt „McDonald’s“ essen kann und wo man Ersatzteile für westliche Autos bekommt, weil die chinesischen Ersatzteile Schrott sind. Darum Russland hat de facto keine Zivilgesellschaft mehr, weil die meisten zivilgesellschaftlichen Akteure ethnische und religiöse Minderheiten waren und nunmehr das Land verlassen haben oder auf gepackten Koffern sitzen. Deshalb wird sich das Land weiterhin auf den Abgrund zubewegen, Änderung nicht in Sicht.

Währenddessen hat die Ukraine gezeigt, dass es anders geht, und verdient trotz Fehler, unsere Unterstützung.

Op-ed: Georgia-NATO, 10 years of walking in circles – JAMnews (jam-news.net)

Sofern Ihnen die Schreibe auf meinem Blog gefällt, empfehle ich Ihnen diesen Blog auf «Steady» zu unterstützen. Und sollte Ihnen mein Blog nicht gefallen, empfehle ich Ihnen auch, den Blog auf «Steady» zu unterstützen, eventuell werden Sie mich so schneller los, weil ich dann auf eine kleine Datsche am Schwarzen Meer ziehen kann. Der Link dafür ist unten angefügt:

PinkKosherNostra (steadyhq.com)

Bekenntnisse eines Vatanforoosh*: Die Revolution, die nicht ist

Geehrte Leserinnen und Leser!

Aufgrund der Proteste, die derzeit im Iran stattfinden, nehme ich mir die Freiheit anstatt über Russlands illegalen Angriffskrieg auf die Ukraine wiedermal über das Land der Arier zu schreiben. Denn es wird, wie gesagt, wieder protestiert. Ob diese Proteste zum Fall des Regimes der Statthalterschaft der Gelehrten führen wird, steht hingegen auf einem anderen Blatt und warum es bei diesen Protesten zu keinem Regimechange kommen wird, darüber möchte ich hier über die Bücher gehen.

Denn das Regime ist seit nunmehr 43 Jahren an der Macht und das Henkerregime hat keinerlei demokratische und/oder moralische Legitimität, um über den Iran zu herrschen. Dass das Regime der Statthalterschaft der Gelehrten immer noch nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte ist, hat, meiner Ansicht nach, mehrere Gründe.

Zum einen ist da die Tatsache, dass die Opposition schlicht und ergreifend dysfunktional ist. Die zwei am besten organisierten Fraktionen innerhalb der Opposition wären die sogenannten «Volksmujaheddin», eine islamo-marxistische Sekte, die sich vom jetzigen Regime nur dadurch unterscheidet, dass sie anstelle des Systems der Statthalterschaft der Rechtsgelehrten das Ehepaar Rajavi, besser gesagt Maryam Rajavi, als deren Messias ansieht und deshalb Maryam Rajavi als rechtmässige Herrscherin des Iran ansieht. Und dann wären da noch die Monarchisten. Das Problem der Monarchisten ist Folgendes: Der Kronprinz, seine königliche Hoheit Reza Pahlavi, ist nunmehr 61 Jahre alt und war seit seinem 19. Lebensjahr nicht mehr im Iran, es besteht demzufolge die Gefahr, dass der Kronprinz, wie schon sein Vater, der Schah, im Exil sterben könnte.

Da der Kronprinz nur Vater von Töchtern ist, könnte das das Ende der Pahlavi-Dynastie sein, da die vorrevolutionäre Verfassung des Iran explizit nach einem männlichen Thronfolger verlangt, der nicht mit der vorherigen Qajaren-Dynastie verwandt oder verschwägert ist. Das wiederum heisst, dass das Regime nunmehr einfach warten muss, bis seine königliche Hoheit aufgrund von Alter oder Krankheit das Zeitliche segnet, bevor eine seiner Töchter ihm einen Enkelsohn schenken kann. Für mich bedeutet dies, dass die monarchistische Bewegung des Iran nicht nachhaltig ist, denn man hat keinen Plan B, ausser auf die «Rückkehr des Königs» zu hoffen und dass dieser, einem Messias gleich, alles zum Guten bringt.

Kritik wird nicht geduldet, stattdessen hört man Lobhudelei dafür, dass der Kronprinz Artesh, das sind die regulären Streitkräfte des Iran, darum bittet, die Waffen nicht mehr gegen die Bewohnerinnen und Bewohner des Iran einzusetzen und sich den Protesten anzuschliessen. Das Problem dabei? Im November 2019 hat Reza Pahlavi eine ähnliche Ansprache gehalten und später hat, wie «Iran International» aus London berichtete, der General Kioumars Heydari von Artesh, die wie gesagt die regulären Streitkräfte des Iran sind, damit öffentlich geprahlt, dass die iranischen Streitkräfte den Revolutionsgarden und Basiji-Milizen bei der Niederschlagung der Proteste geholfen haben. Ich werde, wie immer, unten einen Link dazu einfügen und auch zur vorrevolutionären Verfassung werde ich einen Artikel verlinken.

Mit einer solch chaotischen und dysfunktionalen Opposition ist natürlich nicht viel zu machen, und darum ist meiner Meinung nach diese Opposition einer der Hauptgründe, warum das Regime der Statthalterschaft der Gelehrten immer noch walten und schalten kann, wie es ihm beliebt, und seinem Tagwerk aus Folter, Mord und Totschlag nachgehen.

Ein anderer Grund für das Fortbestehen des Regimes ist der persische Chauvinismus, der unter persischen Iranerinnen und Iranern im Iran selber und auch im Exil Urstände feiern kann. Diese Iranerinnen und Iraner fungieren nach dem TEAM-Motto, sprich «Toll, ein anderer machts». Diese anderen sind oft die anderen, die Fremden, die Minderheiten und nicht-iranischen Ethnien wie zum Beispiel Georgierinnen und Georgier wie meiner Wenigkeit, von denen allen Ernstes von Iranerinnen und Iranern verlangt wird, für den Iran ihr Leben zu lassen, trotz der Tatsache, dass wir keine iranischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind und seit über 200 Jahren nicht mehr Teil des Persischen Reiches.

Genau darum möchte ich die antiklerikale Opposition explizit in meiner Kritik bezüglich der Geisel des persischen Chauvinismus berücksichtigen. Für zu viele Iraner, sowohl Regime-Anhänger wie leider auch antiklerikale Oppositionelle, war der Zusammenbruch der Sowjetunion keine Warnung, sondern eine Einladung, sich die kaukasischen und zentralasiastischen Ex-Sowjetrepubliken unter den Nagel zu reissen und so das Persische Reich wieder auferstehen zu lassen. Für die antiklerikalen Oppositionellen ist der Glaube an die Wiederauferstehung des Persischen Reiches eine Art säkulares Substitut für Religion, weil der Islam für ihren imperialistischen Wahn nicht mehr Antrieb, sondern ein Hindernis ist, und andere Religionen wie das Christentum, Judentum und Bahaismus nicht so leicht bereit sind, Konvertiten aufzunehmen wie der Islam. Hinzu kommt, dass diese Iraner oftmals rechts der Mitte ihre politische Heimat haben und ihnen deshalb der Kommunismus des ollen Marx nicht zusagt. Genau diese Iraner, die noch immer Geiseln ihres ureigenen persischen Chauvinismus sind, halten das Regime an der Macht. Denn es ist offensichtlich der Situation nicht dienlich, von der Einnahme Tbilissis zu träumen, wenn man über keinerlei Macht in Teheran verfügt.

Solange aber die Situation sich nicht ändert, werden die immer wieder aufkeimenden Proteste innerhalb des Iran ein Versuch sein, eine Revolution, die keine ist, einzuläuten.

*Vatanforoosh bedeutet auf Persisch «Landesverräter» und so nennen mich Iraner, weil ich als Georgierin nicht auf Georgiens Unabhängigkeit verzichten will, kein Farsi spreche, mich der persischen Kultur nicht zugehörig fühle und nicht bereit bin, für den Iran zu sterben. Den Iranern, die in mir deshalb eine Landesverräterin sehen, sei gesagt: «Dissent is the highest form of Patriotism» (dt. Dissens ist die höchste Form des Patriotismus).

https://old.iranintl.com/en/iran-in-brief/commander-who-admitted-suppression-protests-iran-receives-medal

https://english.aawsat.com/home/article/2591706/camelia-entekhabifard/prince-reza%E2%80%99s-60th-birthday-horizon-iranian-women%E2%80%99s

Sofern Ihnen die Schreibe auf meinem Blog gefällt, empfehle ich Ihnen diesen Blog auf «Steady» zu unterstützen. Und sollte Ihnen mein Blog nicht gefallen, empfehle ich Ihnen auch, den Blog auf «Steady» zu unterstützen, eventuell werden Sie mich so schneller los, weil ich dann auf eine kleine Datsche am Schwarzen Meer ziehen kann. Der Link dafür ist unten angefügt:

https://steadyhq.com/de/pinkkoshernostra/about