Der Irrtum Sanna Marins

Geehrte Leserinnen und Leser!

Vor einigen Tagen fand die Sicherheitskonferenz in München statt, zu der auch die russische Opposition zu Dekorationszwecken eingeladen wurde, aber auch seriöse Politiker und Politikerinnen wie zum Beispiel die finnische Premierministerin Sanna Marin waren zu Gast.

Und im Grossen und Ganzen war Frau Premierministerin korrekt mit ihrer Rede, allerdings ist ihr ein Fehler unterlaufen, den die Pedantin in mir korrigieren muss, denn sinngemäss sagte die finnische Spitzenpolitikerin, dass es ein Fehler gewesen sei, Russland nicht schon im Jahr 2014 in die Schranken zu weisen, da dies vom Kreml als Schwäche angesehen wurde und diese vermeintliche Schwäche die russischen Herrschaften dazu verleitet hat, zu versuchen, sich die Ukraine ganz einzuverleiben.

In Bezug auf die Ukraine allein stimmt das, doch die Kardinalsünde wurde schon viel früher begangen, nämlich im Jahr 2008. Ich rede natürlich vom Augustkrieg.

Diesen Krieg nennt man Augustkrieg, weil Russland Georgien wegen hanebüchener Anschuldigungen im August 2008 attackiert hat und seitdem 20% des georgischen Territoriums durch Proxys okkupiert, wodurch fast 10% der georgischen Bevölkerung zu Binnenflüchtlingen geworden sind.

Der Augustkrieg zeigt auch ganz klar, dass die jetzige Situation zu verhindern gewesen wäre, hätte man die Herrschaften im Kreml mit ihrem imperialistischen Fiebertraum eines grossrussischen Reiches schon 2008 in die Schranken gewiesen und ins Nirwana sanktioniert. Denn, wie unter anderem der alles andere als rechtslastige «Guardian» aus London und andere Medien berichtet haben, wurde Russland 2021 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen des Augustkriegs, sprich des illegalen Überfalls auf Georgien und der anschliessenden Okkupation verurteilt. Ich werde den Artikel des «Guardian» zum Augustkrieg unten verlinken. Der Gerichtsentscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beweist, dass Russland in Georgien Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen wie zum Beispiel ethnische Säuberungen begangen hat. Eine Tatsache, die man nicht schönreden kann, und darum ist und war es meine Ansicht, dass nicht erst 2014, sondern bereits 2008 der Fehler begangen wurde, nicht adäquat auf die Bedrohung aus dem Kreml zu reagieren.

Denn der Augustkrieg war die Blaupause des Kremls für die jetzige Invasion der Ukraine. Es war demzufolge keine Frage, OB nach dem Augustkrieg die Herrschaften ein anderes Land angreifen werden, sondern WANN. Diese Frage haben Putin und die Seinen am 24. Februar letzten Jahres beantwortet, und nun bedroht der Kreml auch noch Moldawien und versucht, Belarus vollends zu okkupieren!

Mehr als 30 Jahre seit dem Untergang der Sowjetunion waren wirklich genug Zeit für Russland, um sich neu zu erfinden und mit der Tatsache fertig zu werden, dass Georgien und die Ukraine eigenständige Staaten sind, die nicht Moskaus Segen bedürfen, um zu entscheiden, wem sie sich anschliessen. Das zu akzeptieren oder die Konsequenzen für die eigenen Fehler zu tragen, ist etwas, das Russland endlich tun müsste. Stattdessen versucht nun das russische Aussenministerium, Finnland und Schweden zu diktieren, was diese Staaten zu tun und zu unterlassen haben, und Finnland ist seit 1918 nicht mehr Teil des russischen Imperiums!

Aber Russland mit Putin hat nach dem Ende der Sowjetunion statt aus den Fehlern zu lernen, die dazu führten, dass verschiedene Staaten nichts mehr mit Russland zu tun haben wollen und stattdessen Unabhängigkeit anstrebten, sich nach der Glorie vergangener Tage gesehnt und darum dem KGB-Zwerg zu Amt und Würden verholfen.

Nun mimt Putin den gutmütigen Zaren, der von korrupten Bojaren umgeben ist, ein Schauspiel, das selbst im 19. Jahrhundert lächerlich war, als zahlreiche Zeitungen in London, Paris und New York über die Pogrome im Zarenreich berichten konnten, und nun ist noch weniger glaubhaft, dass ein Herrscher Russlands nur aufgrund von Russlands Grösse keine Ahnung haben soll, was so im Land vor sich geht.

Währenddessen kämpfen die Ukraine ums Überleben und Staaten wie Georgien und Moldawien um Anerkennung als eigenständige Staaten, und nicht als Hinterhof gescheiterter Imperien. Hätte man sich mehr um diese Länder gesorgt, anstatt sich um die Befindlichkeiten des gescheiterten Imperiums Russlands zu kümmern, wäre, meiner Ansicht nach, der Krieg in der Ukraine wahrscheinlich zu verhindern gewesen.

Und was die russische Opposition betrifft, die meiner bescheidenen Meinung nur zu Dekorationszwecken existiert, so ist diese heute so nutzlos wie auch schon 2008 oder 2014.

Russia committed human rights violation in Georgia war, ECHR rules | Russia | The Guardian

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Bekenntnisse eines Vatanforoosh*: Von Ketevan Mukhrani-Bagrationi zu Kian Pirfalak

Geehrte Leserinnen und Leser!

Es ist wieder mal Zeit, dass ich meinen Senf zum Tagesgeschehen gebe. In diesem Blog-Eintrag befasse ich mich mit dem Jammertal der iranischen Opposition, die bis heute denkt, dass die islamische Republik 1979 aus dem luftleeren Raum oder gar aufgrund einer ausländischen Verschwörung entstanden ist.

Wie Sie bestimmt schon wissen, bin ich gar kein Fan dieser Einstellung. Stattdessen bin ich der Ansicht, dass das Regime der Islamischen Republik nur dem Namen nach eine Republik ist und bis heute die Taktiken und Strategien der vorherigen Dynastien, wie der Sassaniden, Safaviden und Zands kopiert. Aber lassen sie mich das hier weiter erläutern.

Mein erstes Beispiel ist der Vergleich mit Ketevan Mukhrani-Bagrationi und Kian Pirfalak. Ketevan Mukhrani-Bagration, auch bekannt als Ketevan die Märtyrerin, war eine georgische Königin die im Auftrag von Shah Abbas I zu Tode gefoltert wurde, weil sie sich geweigert hatte zum Islam zu konvertieren. Mit ihrem Tod hörten die Schandtaten der Safawiden gegenüber Georgien aber nicht auf und so verschacherte der Shah den Leichnamen von Ketevan an portugiesische Mönche, die dann die Überreste der Königin nach Goa brachten, von wo die georgische Regierung den Leichnamen der Königin Ketevan zurückkaufte und, im Jahr 2020, nach mehr als 400 Jahren Exil zurück nach Georgien brachte.

Kian Pirfalak war ein hochbegabter iranischer Junge, der vom Regime ermordet wurde und dessen Familie, aus Angst dass das Regime den Leichnamen des Kindes entführen könnte, diesen in ihrem eigenen Haus mit Eis kühlte, das sie von Nachbarinnen und Nachbarn erbaten.

Zwar liegen beide Fälle mehr als 400 Jahre auseinander, doch der Modus Operandi der Herrschenden ist derselbe.

So sind die Schuldzuweisungen der Opposition an Fremde und Minderheiten innerhalb des Iran, meiner bescheidenen Ansicht nach, verkehrt, denn die Strategien der Islamischen Republik kommen nicht aus dem Ausland oder von Fremden, sondern aus dem Herzen des Iran, von gescheiterten Imperien, die vor dem Regime, aus dem Iran die Region heimgesucht haben und das sogar vor der Islamisierung des Iran, wie die frühesten Aufzeichnungen in georgischen Chroniken über Märtyrer wie Abibos Nekreseli und Eustachius von Mtskheta zeigen.

D.h. die Opposition sollte in sich gehen und Selbstkritik üben, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Etwas anderes, das in diese Richtung geht,  ist das konstante Selbstmitleid und die Anschuldigung, dass niemand für den Iran etwas tun würde und alle nur der Ukraine helfen würden aufgrund eines Rassismus gegenüber Iranerinnen und Iranern, der schlicht nicht besteht, während man gleichzeitig von Menschen wie mir erwartet, dass sie ihr Leben für „Shah o Eranshahr“ opfern sollen, wie es schon Howard Baskerville getan hat.

Der Grund, warum die Ukraine nun mehr im Fokus steht als der Iran, ist, dass eine grossangelegte Invasion und ein Krieg mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als Proteste gegenüber einem unmenschlichen, totalitären Regime. Das war schon 2020 mit Belarus der Fall, als die Pandemie mehr Aufmerksamkeit in den internationalen Medien verschlang als die Proteste gegen das Lukaschenko-Regime.

Summa summarum:

Es ist nichts anders als die Hybris und Unfähigkeit der iranischen Opposition, die dieses gerontokratische, theokratische und unmenschliche Regime im Iran am Leben hält, und die Tatsache, dass Oppositionelle nichts lernen wollen und weiterhin Menschen wie Hamed Esmaelion, aber auch meine Wenigkeit des Separatismus beschuldigen, lässt nichts Gutes ahnen. Das Regime gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, aber mit dieser Opposition ist nur dem Regime geholfen, und so wird es noch ein weiteres Jubiläum zelebrieren können.

*Vatanforoosh bedeutet auf Persisch «Landesverräter» und so nennen mich Iraner, weil ich als Georgierin nicht auf Georgiens Unabhängigkeit verzichten will, kein Farsi spreche, mich der persischen Kultur nicht zugehörig fühle und nicht bereit bin, für den Iran zu sterben. Den Iranern, die in mir deshalb eine Landesverräterin sehen, sei gesagt: «Dissent is the highest form of Patriotism» (dt. Dissens ist die höchste Form des Patriotismus.)

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