Europa & die Juden

Liebe Ladies & Fellas

Diesen Text will ich eigentlich schon länger, mal mehr, mal weniger schreiben. & ich hoffe, dass ich diesen Text zu Aufregung, in einem möglichst sachlichen Ton schreiben kann. Für Unangebrachtes, möchte ich mich also schon im Vorraus entschuldigen.

Nun, wie im Titel klar hervorgeht, schreibe ich hier über das nicht ganz einfache, europäisch-jüdische Verhältnis & was die Europäer, denn jetzt ist an Ihnen, meine Damen & Herren, tun können, um das Verhältnis zu verbessern, damit Juden in Europa weiterhin eine Zukunft haben. Denn, meine Damen & Herren, ich mag Cafe au lait, Palacinky, französisches Parfum & die europäische Kultur. Auf den Antisemitismus kann ich allerdings gerne verzichten. Man sollte immer daran denken, dass Antissemitismus wie Krebs ist: Brandgefährlich, wenn man ihn nicht früh genug oder falsch behandelt & absolut tödlich, wenn man ignoriert. Also, was können Sie gegen  Antisemitismus konkret tun??? Hier meine Gebote im Umgang mit Antisemitismus für den Europäer von Welt:

  1. Ignorieren oder relativieren Sie Antisemitismus in Ihrem Umfeld nicht. Vergessen Sie nicht, was ich gesagt habe: Antisemitismus ist wie Krebs; brandgefährlich wenn man ihn nicht oder falsch behandelt & absolut tödlich, wenn man ihn nicht behandelt. Ignoranz ist kein Segen & fungiert auch schlecht als Schutzschild, wenn man den englischen Ausdruck “good german” kennt.
  2. Relativieren Sie Antisemitismus nicht damit, dass es anderswo viel schlimmer sein könnte. In Papau-Neuguinea gibt es Kannibalen-Stämme, die ihre Nachbarstämme als Feinde verspeisen. Deshalb ist es Ihnen noch lange nicht erlaubt Ihren Nachbarn zu verspeisen. Wenn Sie zivilisiert sein wollen, dann seien Sie überall zivilisiert.
  3. Relativieren Sie Antisemitismus nicht mit Dingen, die Juden angeblich gemacht haben. Denken Sie daran: In Europa hat man den Juden viel mehr schreckliche Dinge angetan, unteranderem die Inqusition, diese Pogrome & jene Porome & natürlich die Schoah. Eigentlich hätten wir Juden allen grund, uns Ihnen gegenüber unzivilisiert zu verhalten, wir schaffen es aber uns akzeptabel zu verhalten. Also, lernen Sie das im Umgang mit uns gefälligst auch!!!
  4. Nutzen Sie uns nicht als billige Sündenböcke für die schlechte Wirtshaftslage in Ihrem Heimatland, die Korruption bei den Politikern & Ihr lausiges Sexleben. Wir waren schon damals bei der Pest nicht für diese verantwortlich & sind auch heute nicht für die Fehler der Welt verantwortlich. Wenn Sie Politiker sind, dann gilt das erst Recht für Sie: Der neue griechische Verteidigungsminister sollte Ihr neues Anti-Vorbild an diesem Punkt sein.
  5. Schrauben Sie Ihre Forderungen an uns zurück. Nach all den Jahren sind Sie einfach nicht in der Position Forderungen an uns zu stellen. Wenn Sie klingen wie die Kommentatoren dieses Artikels, machen Sie etwas falsch im Umgang mit uns Juden:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-11/zentralrat-der-juden-josef-schuster
    Nein, wir Juden müssen nicht wie fleissige Elfen, überall wo es Ihnen beliebt koschere Restaurants & Falafel-Imbisse eröffnen & wir sind auch nicht für Ihr Entertainment da, ausser wir arbeiten in Hollywood oder sonstwo im Show-Business. Nehmen Sie die Juden, wie wir sind. Es gibt keine Anderen (mehr).
  6. Sie dürfen vieles Fragen, bitte beachten Sie aber Zeit & Ort, wenn Sie zur Bar-Mitzwa-Feier Ihres Bekannten eingeladen werden, müssen Sie diesen Leuten nicht angetrunken erzählen wie Ihr Grossvater, der in der Waffen-SS war, zu Karneval seine alte Uniform hervorkrammte. Das wäre auch für einen Juden ein zuviel an Chuzpe.

Das war es eigentlich auch schon, wie Sie sehen habe ich weniger Gebote für Sie im Gepäck, als Moshe damals auf dem Sinai. Also versuchen Sie sich doch mal ausnahmsweise daran zu halten. & wenn nicht??? Dann denken Sie an das erste Gebot, das Ihnen Ihre gespielte Ignoranz nichts nützen wird. 😉

Meine Meinung zu Abtreibungen

Liebe Ladies & Fellas

Dieser Blog-Eintrag ist mir quasi in den Schoss gefallen. Gestern lass ich in der Zeit einen Artikel darüber, dass durch neue Tests während der ersten drei Monate der Schwangerschaft feststellbar wird, ob das Kind an Behinderungen leidet. Das Down-Syndrom ist nur eine der Behinderungen, auf die getestet wird. Aber es ist klar, dass viele werdende Eltern, die diesen Test explizit wünschen, das Embryo abtreiben lassen, bei einem positiven Test-Befund.
http://www.zeit.de/feature/down-syndrom-praenataldiagnostik-bluttest-entscheidung

Die Frage, die sich jetzt für unsere Gesellschaft stellt ist, wie geht man damit um???
Meine Position ist klar: Wenn wir als Gesellschaft Abtreibungen erlauben, vorallem wenn es darum geht, wenn Frauen durch die Geburt in eine elende Situation kommen, dürfen wir in diesem Fall Abtreibungen erst Recht nicht verbieten. In die selbe Kerbe schlug auch die Schweizer Politikerin Pascale Bruderer, die solche Tests verbieten will, weil deshalb Mädchen abgtrieben werden könnten:
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/30162492

Zuallerst möchte ich sagen, das ich per se dafür bin Abtreibungen möglichst zu legalisieren, ganz einfach weil ich eine Frau bin & ich eventuell mal selber eine Abtreibung brauchen werde. Da möchte ich nicht, das mir da reingredet wird. Ich war selber mal schwanger, mit 18, hatte aber eine Fehlgeburt. Ich denke nicht, das Abtreibungen leichtfertig gemacht werden.

Ausserdem: Wenn wir von Leuten erwarten, das sie ungewohlte Kinder austragen, dann kann das schnell passieren, dass diese Kinder seien es Mädchen oder wie auch immer behinderte Kinder, von ihrem Umfeld gequält werden. Es sei erlaubt die Frage zu stellen, wie dieses Kind, das nach vor seiner Geburt nicht gewollt wurde, von seinem Umfeld behandelt wird. Wie sieht es um Liebe & Zuneigung aus??? Ganz allgemein: Wird dieses Kind vernachlässigt, kriegt es genug zu essen??? Wenn das Umfeld dieses Kindes, egal Mädchen oder in irgendeiner Form behindert, nicht dazu bereit oder in der Lage ist, dem Kind das Nötigste zu geben, ist die Gesellschaft fähig & in der Lage dies zu tun??? Nach meiner Erfahrung ist dem nicht so. Es gibt regelmässig schon zu viele Artikel über vernachlässigte, oder zu Tode gequälte Kinder. Diese Artikel liest man & dann liest man den Artikel über ökologische Inneneinrichtung & hat die ersten Kinder vergessen… Ich bin dafür, das solche Artikel weniger werden. Die Abtreibung ist eine der Möglichkeiten, wie gesagt, wenn sich Eltern schon vor der Geburt, sich aus persönlichen Kriterien gegen ein Kind entscheiden, dann ist es besser mit dieser Entscheidung zu leben, als nach 2-3 Jahren eine geschundene Kinderleiche in der Pathologie zu obduzieren. Und wenn sich Eltern gegen ein behindertes Kind entscheiden, dann ist das erst Recht zu akzeptieren, weil behinderte Kinder, teilweise, noch schutzbedürftiger sind als “normale” Kinder. Und da nicht die Gesellschaft, sondern das direkte Umfeld des Kindes immer noch die Hauptverantwortung hat, ist die Abtreibung sicher eine der effektiveren Methoden, um zu verhindern das solche Kinder unnötig leiden. Sei es aufgrund ihrer Behinderung, oder wegen ihrem Umfeld.

Eventuell wird jetzt einer noch sagen, dass es doch möglich sei, dass diese Kinder nach der Geburt geliebt werden, ganz weil sie da sind. Das ist möglich, aber unrealistisch. Wie viele solcher Kinder werden umgebraacht, was uns wieder zu den Artikeln über die Toten & Vernachlässigten bringt. Wenn eine Gesellschaft schon nicht das Leben von halbwegs gesunden Kindern garantieren kann, die auf den ersten Blick gewollt sind, wie kann sich diese Gesellschaft dann zum moralischen Richter über jene aufspielen, die behinderte Kinder nicht wollen??? Das ist heuchlerisch & nicht lebensnah.

Ceterum censeo, hat sich an meiner Meinung trotz dieser beiden Artikel nicht geändert, aus den oben beschrieben Gründen.